Persönlichkeit Entwickeln

Persönlichkeit entwickeln

Das wichtigste Resultat aller Bildung ist die Selbsterkenntnis

Die Arbeit mit Kernqualitäten und das Kernquadrat ist im weitesten Sinne dazu da, Menschen dabei zu unterstützen, sich selber besser kennen zu lernen und weiter zu entwickeln.

Ein Merkmal des Kernquadrats ist, dass es sich um ein leeres Modell handelt, das Sie eigenständig und/oder unter konzeptioneller Anleitung mit eigenen Erkenntnissen über sich selber und mit eigenen Worten füllen.

das kernquadrat

Das „leere“ Kernquadrat

Anstatt Menschen auf bestimmte Rollen zu fixieren, soll vielmehr der Horizont dafür erweitert werden, wie die eigenen Qualitäten gelagert sind und wie sie eingesetzt werden. Die Arbeit mit Kernqualitäten und dem Kernquadrat ist demnach als qualitative Analyse Ihrer persönlichen Qualitäten zu sehen, die durch eine bestimmte visuell-graphische Aufbereitung auch Ihre kontinuierliche Interaktion mit Mitmenschen untersucht. Ein großes noch zu erschließendes Potential ist die Wertschätzung und Nutzung der Kernqualitäten von Kollegen, Freunden und Arbeitskollegen..

Jeder Mensch verfügt über individuelle Qualitäten

Die Grundannahme hierbei ist zunächst, dass jeder Mensch über individuelle Qualitäten verfügt, die im Kern seiner Persönlichkeit verankert sind. Zudem liegt aber viel persönliches Potential brach, da das Bewusstsein für die eigenen Stärken oft stärker ausgeprägt sein könnte. Ähnliches gilt für die Wahrnehmung der Stärken von Mitmenschen. Es liegt großes noch zu erschließendes Potential in der Wertschätzung und Nutzung der Kernqualitäten von Kollegen, Freunden und Familienmitgliedern, in positiver Achtung und Anerkennung von möglichen Synergien.

Es geht also weniger darum, Verhalten zu forcieren, dass Ihrer Natur oder dem Wesen Ihrer Mitarbeiter fernliegt, als vielmehr zu erkennen, wo die Kernqualitäten des Einzelnen liegen, wo die Fallen, Herausforderungen, und wo die Allergien sind. Und da Kernquadrate und Qualitäten nicht für ein Leben lang fixiert, sondern wie Ihr Leben auch, kontinuierlicher Veränderung unterworfen sind, bieten Sie Ihnen nicht nur einmalige Erkenntnisse, sondern kontinuierliche Unterstützung bei der Entwicklung situativ-optimaler Verhaltensweisen.

Um Ziele zu erreichen oder um mit Barrieren und Problemen um zu gehen, setzen Menschen also täglich mehrere ihrer Qualitäten ein. Manche dieser Qualitäten sind angeboren, und manche sind erlernt. Die Qualitäten, die Menschen prägen, die zum Wesen eines Menschen gehören, werden Kern-Qualitäten genannt.

Kernqualitäten – Fluch der Segen?

Und gerade diese Kern-Qualitäten können gelegentlich auch Probleme bereiten, wenn sie zu stark eingesetzt werden. Denn wo eine Stärke liegt, gibt es, wie schon Aristoteles sagte, auch ein Übermaß. So kann ein tatkräftiger Mensch aufdringlich oder sogar aggressiv agieren und ein flexibler Mensch sprunghaft.

Wenn eine Person entdeckt, dass zu viel einer bestimmten Qualität sie in der Vergangenheit in Schwierigkeiten gebracht hat, kann sie sich entscheiden, diese Qualität zu unterdrücken (negativer Lern-Effekt) und andere Qualitäten stärker einzusetzen. Sie verliert hierbei einen Teil ihrer Authentizität. Als Beispiel stelle man sich einen offenen, aufgeschlossenen Menschen vor. Dieser bewegt sich innerhalb einer Organisation, in der Kultur-bedingt Offenheit als Schwäche ausgelegt wird und verhält sich in der Konsequenz berechnend und introvertiert. In der Folge verpasst der Arbeitgeber, von den natürlich angelegten Kernqualitäten dieses Mitarbeiters zu profitieren und es kostet die entsprechende Person viel Energie, sich entgegen ihrer eigenen Natur zu verhalten; Energie, die eigentlich auch in produktive Arbeit hätte fließen können.

kernquadrat tatkraft

Tatkraft als Kernqualität

Kernqualitäten in Unbalance

Wenn eine oder mehrere Kernqualitäten z.B. durch Gegebenheiten im beruflichen Umfeld unterdrückt oder überbeansprucht werden, können Menschen also aus der Balance geraten. Im privaten Umfeld würde in so einem Fall vermutlich hinterfragt werden, was passiert ist, warum etwa ein freundlicher Mensch auf einmal so kritisch geworden ist oder warum ein an sich kreativer Mensch sich nun eher engstirnig und dogmatisch verhält. Hier hilft das Kernquadrat. Es visualisiert in welcher Beziehung  Fallen,  durch Überbeanspruchung oder durch Verstellen hervorgerufen, zu Qualitäten stehen, die das Gleichgwicht wieder herstellen können.

Durch Reflexion und durch ein besseres Verständnis für die Auswirkungen des eigenen Verhaltens auf andere Menschen, können in aufbauenden Schritten dann Handlungsalternativen skizziert werden. Und letztlich soll die regelmäßige Verwendung der Methodik dabei helfen, Entscheidungen leichter zu treffen, immer mit dem Ergebniss sich selber treu zu bleiben und effektivv aus dem eigenen Kern heraus zu handeln.

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung

Wie durch das einführende Zitat Sokrates angedeutet, ist die Selbstanalyse mit Kernqualitäten und Kernquadrat kein einmaliger Prozess mit definiertem Ende. Die Grundlagen sind zwar eingängig und schnell erklärt, der Prozess, der in Gang gesetzt wird, kann Sie jedoch Ihr Leben lang begleiten und unterstützen. Denn wenn kontinuierliche Entwicklung das Gesetz des Lebens ist, dann sollte ein Werkzeug, um das eigene Leben reicher zu machen, auch immer wieder aufs Neue anwendbar sein.

Genau das sind Stärken des Kernquadrates. Es fördert eine konstruktive Grundhaltung, es fördert Selbst-Reflexion, und es erleichtert so in der Folge die Kommunikation mit anderen und den Weg zur Erreichung persönlicher Ziele. Nach etwas Übung können Sie spontan im Sinne und auf Grundlage Ihrer Erkenntnisse entscheiden.

Das Kernquadrat als Modell zur Einschätzung anderer Menschen


Das beste Mittel, sich selber kennenzulernen, ist der Versuch, andere zu verstehen.

Der Fehler, der gelegentlich geschieht, ist, ein Kernquadrat für andere Menschen erstellen zu wollen. Das geht nicht. Gerade weil das Kernquadrat dazu gedacht ist, den eigenen Persönlichkeits-Kern zu entdecken, kann dies nur von innen heraus beginnen. Sie können also kein Kernquadrat für andere Menschen ausarbeiten. Ebenso, wie andere Menschen kein korrektes Kernquadrat für Sie persönlich erstellen konnen, da nur ihr Verhalten interpretiert wird. Es können jedoch Verhaltensquadrate von anderen Menschen erstellt werden.

Verhaltensquadrate

Daniel Ofman schreibt in seinem Buch Qualität und Inspiration, Zugangswege zur Kreativität auf Seite 49 über Verhaltensquadrate: „Kennzeichen eines Kernquadrates ist, dass es nicht situationsgebunden ist, das heißt, es ist situationsunabhängig.“ Wenn ich eine Person bei ihren Tätigkeiten beobachte, kann ich nur ihr Verhalten wahrnehmen. Sie kann sich z.B. impulsiv verhalten, aber welche Qualitäten dieses Verhalten verursachen, weiß nur die betreffende Person selber.

Fremdeinschätzung - verhalten

Wozu können Sie das Kernquadrat im Zusammenhang mit anderen Menschen also anwenden?

Die Antwort lautet: Als Kommunikationsmittel. Denn das Kernquadrat ist ein Kommunikationsmittel. Für die Kommunikation mit sich selber oder mit anderen Menschen.

Das Kernquadrat als Kommunikationsmittel

Sie können als Führungskraft zur Vorbereitung eines Feedback-Gespräches ein Verhaltensquadrat ihrer Mitarbeiter erstellen. Umgekehrt kann sich auch der Mitarbeiter auf ein Gespräch mit einer Führungskraft entsprechend vorbereiten, ggf. um sich darauf einzustellen, wie bestimmte Anliegen am besten vorzubringen sind.

Wichtig dabei ist, dass man Respekt und Fingerspitzengefühl walten lässt. Es ist in den seltensten Fällen angebracht oder produktiv, sein Gegenüber mit einer kompletten Verhaltensanalyse zu konfrontieren, die man von ihm erstellt hat. Je nach Situation kann auch der Überblick genügen, den man sich aufgrund der eigenen Beobachtungen verschafft hat, um Verhaltensqualitäten zu loben und die Annahme von Herausforderungen zu fördern.

Nach vorher erfragter Zustimmung kann auch eine vorsichtige Einführung mit Visualisierung des Verhaltensquadrates erfolgen. Behalten Sie jedoch im Blick, dass niemand gezwungen werden kann, die eigenen Herausforderungen zu entwickeln. Sie können Ihrem Gegenüber Fragen stellen, durch die sie/er ihre/seine Herausforderung selber finden kann und wenn Sie daraufhin Rückmeldungen erhalten wie „das ist der Hammer, so habe ich das noch nie gesehen“, dann wissen Sie, dass Sie Ihr Gegenüber darin unterstützt haben, die Perspektive zu wechseln und vielleicht auch darin, sich weiter zu ent-wickeln.

„Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung“ – Ursprung wahrscheinlich Sokrates

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